Hallo Leipzig

Ich war noch nie in Leipzig, und entsprechend war ich noch nie auf der Leipziger Buchmesse, die so anders sein soll als die Messe in Frankfurt. Dann schauen wir mal.

Ich darf in Leipzig am Stand des Größenwahn Verlages, bei der Industrie und Handelskammer (IHK) und auf dem Forum Literatur auf der Messe mein Buch vorstellen. Hier sind die Termine:

15.03., 16 Uhr – Größenwahn Verlag, Halle 4, d109

16.03., 19 Uhr – IHK, Goerdelerring 5, 04109 Leipzig

17.03., 10 Uhr – Forum Literatur, Halle 4, F100

17.03., 11.30 Uhr – Größenwahn Verlag, Halle 4, d109

Ich freue mich auf Fragen und Diskussionen und laufe auch nicht gleich weg, wenn jemand mich erst nach dem offiziellen Termin ansprechen möchte.

Eine russische Liebe

Lew und Swetlana (sitzend) und ihre Tochter Nastja. Im Vordergrund hat sich Primus eingeschmuggelt. Das Bild entstand im Dezember 2004 in der Wohnung der Familie in Moskau.

In Deutschland wäre sein Name Leo gewesen. In Russland hieß er Lew.

Lew war ein sehr außergewöhnlicher Mensch, ich habe ihn vor mehr als zehn Jahren für meine Magisterarbeit interviewt. Es ging dabei um Veränderungen von Erinnerungen und die Frage, ob Menschen sich schriftlich anders erinnern als mündlich. Seit unserer ersten Begegnung ließ mich dieser Mensch nicht mehr los.

Lew hat vier Jahre seines Lebens im Zweiten Weltkrieg in Nazi-Lagern verbracht, anschließend neun Jahr in einem Lager des sowjetischen Gulag-Systems. Im vergangenem Jahr (2017) bin ich in die Stadt gereist, die aus dem Lagerpunkt hervorgegangen ist: Petschora in der Republik Komi, Nordosten Russlands.

Für das Magazin FR7, das samstags immer in der Frankfurter Rundschau erscheint, habe ich darüber geschrieben. Ein Zitat aus dem Text (, den ich aus Urheberrechtsgründen hier nicht vollständig abbilden kann):

Eines der wenigen übrige gebliebenen Gebäude des Lagers in Petschora, Mai 2017.

Im März 1946 erreichte Lew dünn bekleidet das verschneite „Petschorlag“ (Abkürzung von Petschora-Lager), die Stadt gab es noch nicht. Viele, die hier damals ankamen, starben bald an unbehandelten Krankheiten, oder erfroren. Lew wäre es beinahe so ergangen. „Ich musste aus dem Fluss Baumstämme holen“, hatte er erzählt. Er war klein von Wuchs und schmächtig. Er stand im eiskalten Wasser und spürte, dass er das nicht lange überleben würde. „Ich habe dem Lagerleiter gesagt, dass ich Physiker bin, dass ich im Elektrizitätswerk mehr leisten könnte.“ Er durfte wechseln. „Ich hatte Glück.“
„Glück“ hatte er auch, als seine Briefe aus dem Lager ihren Weg zu Swetlana in Moskau fanden. „Glück“ hatte er auch, als sie ihn das erste Mal besuchte. Illegal. Ein ehemaliger Häftling, der als Arbeiter außerhalb des Lagers lebte und Zugang zum Gelände hatte, schmuggelte Swetlana mit abenteuerlichen Erklärungen für die Wachen hinein. Was Lew als Glück bezeichnete, setzte sich fort, bis er seine Strafe absaß, dann illegal in Moskau lebte und schließlich nach Stalins Tod rehabilitiert wurde.

Lange habe ich Lews Worte nicht hinterfragt. Aber hier in Petschora zweifele ich an seinem „Glück“.

Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt mich immer wieder die Frage, wie Menschen solch traumatisierenden Phasen im Leben durchstehen und wie sie es schaffen, anschließend ein sinnvolles Leben zu führen, Kinder zu erziehen und das Leben zu genießen. Diese Widerstandsfähigkeit – wie entwickelt sie sich? Was ist ihre Basis?

Lew und seine Frau Swetlana haben sich Briefe geschrieben, als Lew im Petschorlag im Norden Russlands war. Der britische Historiker Orlando Figes hat einen Teil der Briefe herausgegeben, in Deutschland sind sie unter dem Titel „Schick einen Gruß, zuweilen durch die Sterne“ erschienen. Ich habe sie noch nicht gelesen. Vielleicht aber finden sich in ihnen Antworten auf meine Fragen …

Beschlagnahmte Bücher von Gefangenen, sie werden heute im städtischen Museum von Petschora aufbewahrt. Bild vom Mai 2017.

Buchmesse, Open Books und höchst politische Fragen

Buchmesse, Spiel mit einem Prisma für Kinder.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Das Wetter ist Mist“, sagt Katharina.

Am Oktoberhimmel über Frankfurt ist kein Wölkchen zu sehen. Die Augen schmerzen, wenn ich hochblicke, die Sonnenstrahlen werfen harte Schatten in der neuen, alten, wiederaufgebauten Altstadt. An den Tischen des Cafés am Kunstverein am Römer ist kein Platz mehr frei. In wenigen Minuten soll ich eine Etage höher bei Open Books mein Buch vorstellen, Katharina Sperber moderiert, sie sagt: „Das Wetter ist zu gut. Die sitzen alle am Main.“

Doch dann kommen sie. Von den 70 Stühlen, die aufgestellt sind, ist mehr als die Hälfte besetzt. Drei Mal schon hatte ich zuvor auf der Buchmesse Frankfurt meinen Roman vorgestellt, am Stand des Größenwahn Verlages und am Stand der Frankfurter Rundschau, und jedes Mal lernte ich neue Menschen kennen, von denen ich Dinge erfuhr, die ich nicht wusste: dass zum Beispiel in der Deutschen Nationalbibliothek die Beschäftigten Verlage nach Buchstaben betreuen (also jemand, der für „G“ zuständig ist, sich um Bücher des Größenwahn Verlags kümmert); dass es in Detmold ein Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte gibt.

Oder Zuhörerinnen und Zuhörer sprachen mich auf ihre Erfahrungen und Beziehungen mit Russlanddeutschen an. Eine Frau am FR-Stand auf der Buchmesse sagte, ihre Patenkinder stammten aus Russland, ihnen wolle sie das Buch schenken; ein Mann, der im Kunstverein zuhörte, fragte nach der Lesung, warum seine Bekannten, Russlanddeutsche, auf Angela Merkel schimpfen würden – ein Thema, das vor der Bundestagswahl in vielen Medien behandelt wurde.

Lesung bei Open Books, Katharina Sperber moderiert. Bild: M. Sander, Kulturamt Frankfurt

Einmal mehr überrascht es mich, welche Fragen das Buch auslöst. Eine Zuhörerin bei Open Books fragte, wie man (also die deutsche Gesellschaft) mit neuen Zuwanderern umgehen solle. Einerseits ist der Frau natürlich klar, dass es keine pauschalen Ratschläge gibt, andererseits lohnt es sich, darüber nachzudenken, was Deutschland tun kann, um den Neuankömmlingen Orientierung und Starthilfe in der Fremde zu geben.

Nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern aus vielen Gesprächen mit Kommillitonen oder einfach nur in Begegnungen, weiß ich, dass Menschen, die in autoritären Gesellschaften aufgewachsen sind, häufig Schwierigkeiten haben, selbstständig und selbstverantwortlich zu handeln. Autokraten und Diktatoren brauchen folgsame Untertanen. Entsprechend ist die Bildung und Erziehung in solchen Gesellschaften auf Gehorsam ausgelegt. Die Oberen, und seien es nur Eltern und Erzieher, infrage zu stellen, mit ihnen zu diskutieren – das widerspricht solchen Gesellschaftskulturen.

Die Flüchtlinge, die in den vergangenen zwei Jahren nach Deutschland kamen, stammen aus solchen Gesellschaften. Nun lautet die zentrale Frage: Wie helfen wir ihnen (und damit auch uns), sich hier zurechtzufinden und ermuntern sie zugleich, mehr Selbstständigkeit und Selbstverantwortung zu wagen?

Die Antwort ist komplex, aber: Deutschland hat Erfahrung mit diesem Thema. Denn was 1989/1990 geschah, war nichts anderes, als dass sehr viele Menschen aus Ost-Deutschland quasi in eine neue, westliche, individualistische Gesellschaft kulturell einwanderten. Sie hatten auch keine Wahl. Vieles lief damals nicht gut. Es gab zu viel Arroganz im Westen (Systemsieger); und im Osten waren viele nach der ersten positiven Aufregung geschockt, denn was gestern noch als richtig galt, wurde heute für falsch erklärt. Gefühlschaos, Fremdheitserfahrungen im eigenen Betrieb, im eigenen Dorf, in der eigenen Stadt folgten. Wer es nicht selbst erlebt hat, wird Mühe haben, das emotionale Drama nachzuvollziehen, das viele durchmachten.

Wiederholen wir die Fehler der 90er Jahre?

Nun sind schon 27 Jahre vergangen, aber angesichts der Wahlerfolge autoritäterer Rechter wie der AfD, müsste klar sein, dass diese Zeitspanne für einen Mentalitätswandel bei vielen nicht reicht. Ich habe nach der Niedersachsenwahl vor wenigen Tagen nachgeschaut, wie in dem Wolfsburger Stadtteil Westhagen die Ergebnisse ausfielen. Ich habe in diesem Stadtteil (Klein-Moskau) die ersten zweieinhalb Jahre in Deutschland verbracht. Hier lebten damals schon und leben heute immer noch sehr viele Spätaussiedler. Hier hat die AfD besonders viele Stimmen bekommen.

Wenn wir angesichts neuer Zuwanderer die alten Fehler nicht wiederholen wollen, brauchen wir staatlicherseits mehr Anstrengungen für aktive Integrationshilfe. Obwohl bei der jüngsten Zuwanderung seit 2015 vieles besser läuft als vor 27 Jahren, geschieht noch zu wenig. Was dieses Mal besser läuft, wird oft von vielen Ehrenamtlichen geleistet. Deren Deutschkurse, ihre Unterstützung bei Behördenkommunikation, ihre Erklärungen bei Arztbesuchen, Vermittlungen in Kindergärten und Nachhilfen für die Kinder – das ist unermesslich wertvoll. Und doch zu wenig.

Die Zuhörerin bei Open Books, die gefragt hatte, was wir tun können, um Neuankömmlingen zu helfen, hatte eine sehr berechtigte Frage.

Ich möchte hier ausdrücklich Katharina Sperber für ihre Moderation bei Open Books und der FR-Chefredakteurin Bascha Mika für die Vorstellung meines Romans am FR-Stand der Buchmesse danken. Ohne ihre Fragen wären die Lesungen nur halb so interessant ausgefallen. Herzlichen Dank.

Nebel am Main, Frankfurt.

Die Gedanken der Anderen

Mich überrascht die Bandbreite der Gedanken, die mein Buch bei Leserinnen und Lesern anscheinend auslöst. Eine Leserin erwähnte in einer E-Mail ihre hugenottischen Vorfahren aus dem 17. Jahrhundert: „Die Ahnentafel ist von Flucht und Vertreibung geprägt. Die Wurzeln liegen bei den Hugenotten.“ Ein Freund, den ich schon viele Jahre nicht gesehen habe, sagte: „Dieses Thema mit den Rollen, wann und in welchen Situationen bin ich wer – das beschäftigt mich auch.“ Und eine Kollegin berichtete mir von ihrer Familie und deren Geschichte, die eines Tages hoffentlich in einem Buch nachzulesen sein wird.

Die nachkriegsvertriebenen Deutschen, fremdenfeindliche Aussiedler, oder einfach Interesse an Russland – darauf wurde ich angesprochen. Wie gesagt, die Vielfalt der Themen überrascht mich und es freut mich zugleich, dass die Geschichte von A., Marie und Mark bei den Leserinnen und Lesern Gefühle weckt und eine Verbindung zu deren eigenem Leben, zu der Geschichte der eigenen Familie entstehen lässt.

Eine erste Rezension kommt von Sascha Pommrenke auf seinem Blog: koreander.net Ein Zitat daraus: „Die Liebe zu Marie stellt A. auf eine harte Probe. Alles was bisher Gewiss war, wird plötzlich in Frage gestellt. Kann man sich als Migrant wirklich als Deutscher fühlen? Wieviel Erinnerung an die Heimat, wieviel Tradition darf man dann noch leben? In den Augen von Marie ist A.s Überangepasstheit geradezu ein Verrat an seine Herkunft. A. gerät in einen Strudel, ein Kampf mit sich selbst und mit Marie. Ein Kampf um Sinn, Liebe und Identität. Ein Kampf, den keiner gewinnen kann und den man dennoch kämpfen muss.“ Die gesamte Rezension und ein wunderbares Lied, das eingeklinkt wurde: hier.

Wenn alles gut geht, kann ich bald eine interessante Neuigkeit im Zusammenhang mit der Buchmesse in Frankfurt verkünden. Ich muss mich noch etwas gedulden, das kann ich am besten am Wasser.

 

14. August, 20 Uhr

Ich lese oft vor. Meistens geht es um Piraten, Wale, die verschiedenen Abenteuer von Herrn Eichhorn (von Sebastian Meschenmoser), oder wenn der Tag ganz doof war, dann bringt „Der Gewitter-Ritter“ (von Kai Lüftner) beim Vorlesen doch noch gute Laune. Meistens bleibt das Publikum, mein Fünfjähriger, wach.
Zum ersten Mal nun werde ich am Montag, 14. August, aus meinem Roman vorlesen: im Größenwahn Verlag, um 20 Uhr in der Varrentrappstraße 53, Frankfurt.
Dass das tatsächlich bald soweit ist, kann ich selbst noch nicht richtig glauben. Das erste Wort des Buches habe ich … vor langer Zeit geschrieben. Ich habe es später entfernt, wie so viele andere Wörter auch.

Der Zufall wollte es, dass in den kritischen Momenten, wenn ich den Text aufgeben, das Manuskript vergessen oder es nicht erneut überarbeiten wollte, sich jemand fand, dem der Text gefallen hat, und der mich weiter zum Arbeiten antrieb.

Joanna. Ohne sie gebe es das Buch nicht.

Werner Neumann (verstorben). Er war einer der ersten Leser, der den Daumen gehoben und mich zum Weitermachen motiviert hat.

Andreas Möller (Autor). Er hat ohne meine Erlaubnis das Manuskript seiner Agentin gegeben, und zwar:

Susan Bindermann (verstorben). Mit dezenten Hinweisen brachte sie mich dazu, zwei Figuren aus dem Buch zu entfernen und es quasi zweimal neu zu schreiben. Später übergab sie die Betreuung des Textes an ihre Agenturkollegin:

Kristine Listau. Ihre Mühe lässt sich finanziell nicht ermessen, ich versuche es stattdessen mit Fotos und Vodka. Kristine hat mehrfach das immer wieder überarbeitete Manuskript gelesen, sie hat mir geholfen, die Stärken und Schwächen des Textes selbst zu erkennen, und schließlich fand sie den Verleger, der das Buch machen wollte:

Sewastos Sampsounis. Seiner Leidenschaft für Geschichten von und über Menschen, die so etwas wie eine Heimat suchen oder die Prägung unterschiedlicher Kulturen in sich tragen, verdanke ich nicht nur mein Buch, sondern auch Lesegenuss. In seinem Verlagsprogramm findet sich so manche Perle. Ein Buch, das mich sehr bewegt hat, ist „Die lügnerische Sonne der Kinder“ (von Elena Chouzouri). (Es handelt von den Folgen des griechischen Bürgerkrieges, den geflüchteten Kommunisten und ihren Kindern, die in der neuen Heimat nie die alte Heimat ihrer Eltern vergessen durften und schließlich selbst nicht mehr wussten, wohin sie gehören. Und es handelt von der jungen Generation, die aufgrund der aktuellen Krise wieder in die Welt hinauszieht.) Sewastos brachte mich mit meiner Lektorin zusammen:

Doris Engelke. Bevor wir uns das erste Mal trafen, konnte ich meiner beruflichen Neigung nicht widerstehen und recherchierte ein wenig über Doris. Eine Autorin beschrieb sie als eine sehr einfühlsame und vorsichtige Lektorin. Das kann ich bestätigen, und ergänze: und eine hartnäckige. Doris hat mit scheinbar einfachen Hinweisen viel bewegt. Manchmal sprachen wir gar nicht über den Text, und plötzlich sagte sie: „Warum erzählst Du das nicht im Buch?“ Oder: „Darüber will ich mehr wissen. Im Buch.“

All diesen Menschen danke ich vom ganzen Herzen für Ihr Vertrauen und ihre Unterstützung. Dass ich sie kennenlernen durfte, ist für mich persönlich der wichtigste Lohn all der Mühe an diesem Buch.

15. August

Das Cover steht, die Pressemitteilung ist so gut wie fertig, der Text ist gesetzt, einige wenige Korrekturen noch und dann … Mitte August ist das offizielle Auslieferungsdatum. „Mein Leben in Deutschland begann mit einem Stück Bienenstich“ (ISBN: 978-3-95771-184-7) ist so gut wie fertig, langsam trocknet der Schweiß auf meiner Stirn und die Vorfreude steigt in mir auf.
Ich wusste gar nicht, was berücksichtigt werden muss, wenn ein Cover entsteht, wenn ein Titel gesucht wird. Einzelne Farben und Wörter wecken Gefühle, manchmal nicht solche, die ich beabsichtigte, dann musste eine Farbe oder ein Wort geändert werden.
Es ist faszinierend, was Sprache und Bilder auslösen können. Das weiß jeder, der viel liest oder selber schreibt. Aber wenn man ein Buch beendet und merkt, dass ein einziges Wort die Erwartungen der Leserinnen und Leser an den Text radikal verändern kann, dann spürt man, wie mächtig Sprache ist. Und wie sensibel wir eigentlich mit ihr umgehen müssten.

Das Buch erscheint am 15. August im Größenwahn Verlag Frankfurt am Main. Jeder Buchhändler und jede Buchhändlerin bei Ihnen vor Ort freuen sich, wenn Sie es dort bestellen.

Ich hätte ihnen so gern gedankt

Es gibt viele Menschen, die mich beim Entstehen des Buches begleitet haben. Als die Frage aufkam, ob ich noch einen Dank anfügen möchte, begann ich in einem Textentwurf die Freunde und Bekannte zu erwähnen, denen ich gern danken möchte. Dann hielt ich inne und merkte, dass ich zwei sehr wichtigen Menschen nie werde danken können. Dabei waren ihre Ermunterungen und ihre Kritik besonders wichtig. Aber leider leben sie nicht mehr.

Aus diesem Grund habe ich am Ende des Buches eine Erinnerung an sie beide angefügt. Im Gegensatz zu allen anderen Freunden und Bekannten werde ich ihnen nicht persönlich danken und das Buch überreichen können.

Art does not come easy

Mein Schreibtisch leert sich. Die Manuskriptseiten mit Anmerkungen der Lektorin verschwinden im Ordner mit den früheren Fassungen des Buches. Der Text ist fertig, inhaltlich ist nichts mehr zu ändern. Zum Schluss ging es um 13 Stellen und um ganz wenige Wörter, die ich überprüfen sollte, und über die ich lange nachdachte. Die Detailarbeit war zuweilen mühsamer als das große Ganze.  Und wenn ich lange Zeit über kurze Passagen nachdachte, nachdenken musste und manchmal nicht weiterkam, dann las ich das folgende Zitat:

„My father was very sure about certain matters pertaining to the universe. To him, all good things – trout as well as eternal salvation – come by grace and grace comes by art and art does not come easy.”

Das Zitat ist aus: A River Runs Through It (and other stories), von Norman Maclean. Es mahnt mich, dass Kunst auch etwas mit Arbeit zu tun hat, mit Beharrlichkeit.

Mein Text ist jetzt in der Korrektur, parallel entsteht das Cover.  Das Buch soll Mitte August erscheinen.